Fahrerteam ist herzlich mit den Gästen der Tagespflege verbunden

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Fahrerteam ist herzlich mit den Gästen der Tagespflege verbunden

Motiv: Gruppenbild

Das Wohl ihrer Fahrgäste liegt ihnen sehr am Herzen (v.l.): Januz Hasani, Heinz Freund, Halina Wichula und Berndt Braune bringen heute die Tagesgäste nach Hause.

In der heutigen Nachmittagsrunde der Fahrer am Ludwig-Steil-Hof ist es etwas stiller als sonst. Soeben hat Schwester Maria Kopp, Leiterin der Tagespflege, den Kolleginnen und Kollegen mitgeteilt, dass ein Gast verstorben ist. Für die Anwesenden ist das mehr als nur eine Änderung im Fahrplan, nach dem sie die Senioren und Seniorinnen aus ihrem Zuhause abholen und wieder dorthin zurückbringen. "Wenn ich so etwas höre, geht es mir immer ganz schlecht", meint Heinz Freund, 71 Jahre alt und früher Polizeibeamter. "Mir geht das zu Herzen, wenn ein Gast nicht mehr da ist." Halina Wichula (59) stimmt ihm zu. "Ich versuche, das nicht so an mich rankommen zu lassen", erklärt Berndt Braune (65), der einzige Berufskraftfahrer im Bunde, "aber das gelingt mir nicht immer, besonders wenn man die Menschen schon von früher kennt, als sie noch jünger waren." "Mich macht das traurig," gesteht Januz Hasani (50), der früher auch mal zwischendurch Taxi gefahren hat, "denn alle Fahrgäste sind wie meine Familie." Fährt dann aber fort: "Aber ich lasse mir auch heute nichts anmerken. Ich versuche immer, während der Fahrt Jeden mindestens einmal zum Lachen zu bringen und meistens gelingt mir das auch." Das Schicksal seiner Schutzbefohlenen lässt hier keinen kalt. Geschickt organisieren sie mit Schwester Maria Routen und Fahrpläne, wobei auf besondere Wünsche möglichst Rücksicht genommen wird. Ein Gast möchte etwas früher zu Hause sein, weil er unbedingt eine bestimmte Fernsehsendung sehen will. Andere haben es nicht so eilig, sondern freuen sich an der Fahrt in den modernen Kleinbussen, weil sie auf diese Weise mal wieder etwas von Espelkamp zu sehen bekommen. Für sie ist die Fahrt die Krönung eines ereignisreichen Tages unter Menschen. "Eine Dame fährt, wenn es geht, immer die ganze Strecke mit und ist dann so glücklich", erzählt Januz Hasani, "und das macht mir dann auch Spaß". Am Eingang wird es unruhig, manche Gästen geht es nie schnell genug. Sie haben Angst, sie könnten nicht mitgenommen werden und stehen deshalb schon lange vor Abfahrt parat, beruhigt vom Personal der Tagespflege. Natürlich wird niemand vergessen und wie alle anderen Fahrerinnen und Fahrer auch, bringt Hasani jeden sicher ins Haus und hilft liebevoll, die Eingangsstufen zu bewältigen. Meist steht die Tür schon offen und die Großmutter oder der Großvater werden von ihren jüngeren Verwandten erwartet. Man kennt sich. Zeit für einen kurzen Plausch bleibt auch. "Manche Menschen sind aber ganz allein, wenn ich sie nach Hause bringe", erzählt Hasani. "Ich habe oft einen Wohnungsschlüssel und bringe sie hinein, helfe ihnen aus ihrem Rollstuhl und in ihren Lieblingssessel. Dort stelle ich ihnen ein Glas Wasser und das Telefon in Reichweite und dann muss ich mich wieder um die anderen kümmern. Morgens hole ich sie entsprechend aus ihrer Wohnung ab." Die Rollstuhlfahrer gelangen - je nach Fahrzeugtyp - über eine ausziehbare Rampe oder über eine hydraulische Hebebühne in die modernen Kleinbusse. Wer noch gehen kann, bekommt eine zweistufige Treppe vor das Fahrzeug gestellt, um das Einsteigen zu erleichtern - Sicherheit vermittelt der helfende Arm des Fahrers oder der Fahrerin. Deren Tag beginnt ab 6 Uhr, wenn sie die ersten Gäste zum gemeinsamen Frühstück abholen. Manche bleiben nur einen halben Tag und werden nach dem Mittagessen ab 13 Uhr wieder nach Hause gefahren. Ab 16 Uhr fahren dann die Tagesgäste nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken wieder zurück. Maximal sieben Fahrgäste werden in einem Kleinbus befördert; jeder Fahrer muss daher zwei Runden fahren. Da nicht alle Gäste jeden Tag kommen, sondern manche nur einen oder mehrere Tage in der Woche, müssen die täglichen Fahrpläne flexibel gehalten werden. Das Fahrerteam der Tagespflege am Ludwig-Steil-Hof besteht derzeit aus 10 Führerscheinbesitzern für PKW, 2 Frauen und 8 Männern. Ein Personen-Beförderungsschein ist nicht erforderlich. Allerdings erhalten alle eine zusätzliche Unterweisung und in regelmäßigen Abständen ein Fahrsicherheitstraining. "Vor allem aber sind wir ein gutes Team und hier herrscht ein ausgezeichnetes Betriebsklima", meint Halina Wichula und alle stimmen ihr zu, indem sie "ein Hoch auf unsere Cheffinnen Schwester Maria und Schwester Britta" ausbringen.

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